Ein Tagesausflug nach Colmar

„Dies ist ein schönes Land, sowohl der Wein als auch die Bürger Colmars sind über alle Maßen gut.“

(Voltaire)

Dies gilt in der Tat für noch sehr vieles Andere, das man im Elsass antreffen kann: Kunst, Architektur, Landschaft,… aber immer immer wieder begeistert mich die Kulinarik.

Nachdem mich also vor einiger Zeit meine Mutter fragte, ob ich nicht Lust habe, einen ökumenischen Tagesausflug unserer Gemeinde und der katholichen Schwesterkirche mit dem Bus und nach Colmar zu machen, dachte ich an die Möglichkeit, dort einzukaufen und hatte direkt einen recht langen Einkaufszettel im Kopf, aber auch die Befürchtung, vielleicht ein so straffes Programm zu haben, dass es gar nicht zum Einkaufen reichen könnte.

Zunächst stand ein Stadtrundgang auf dem Plan, dann die Besichtigung des Isenheimer Altares sowie der „Maria im Rosenhag“, dann, endlich endlich: drei ganze Stunden zur freien Verfügung. Ich schnappte mir meine Mutter und unsere Pfarrerin, ihre Freundin, und wir warfen erst einmal gemeinschaftlich unseren Abendessensplan um: Statt abends Pizza zu holen beschlossen wir, eine Auswahl aller möglicher Quiches mitzunehmen. Es durfte natürlich die Lorraine nicht fehlen, außerdem, und die fand ich am Spannendsten, eine mit Choucroute und Munster, dann mit Tomaten und Zucchini, sowie mit Lachs und Lauch.

In der Markthalle, in der im Übrigen gerade eine Art frühes Erntedankfest gefeiert wurde, erstand ich Gesiers de Canard Confit (konfierte Entenmägen)

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, die gab es zur Vorspeise mit Feldsalat und Walnüssen:

Gesiers de Canard mit Feldsalat und Walnüssen:

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Es ist so lecker und total easy zuzubereiten:

  • Den Feldsalat putzen
  • Eine Vinaigrette zubereiten aus Essig, Öl, Senf, Salz, Pfeffer, etwas Zucker
  • Walnüsse hacken und in einer Pfanne ohne Fett anrösten, herausnehmen
  • Gesiers in Scheiben schneiden und in der Pfanne scharf anbraten. Ich habe, das muss man aber nicht, ganz zum Schluss etwas Butter drübergegeben.
  • Salat mit Vinaigrette nappieren, Gesiers und Walnüsse darüber, fertig.

Das, was rechts oben in der Ecke liegt ist Pain d’épices, ein Gewürzbrot, für das vor allem in Reims und Dijon seit dem 15./ 16. Jhdt. bekannt sind. Ich habe eine Version mit Feigen ausgesucht, da ich schon den Plan hatte, es mit der Vorspeise zu kombinieren. Für mich hat es sich als genial herausgestellt, der Rest der Truppe war nicht mutig genug und hat es zum Nachtisch gegessen. Also: Es ist alles möglich!

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Hier ein Rezept für eine ganz einfache, aber nicht minder leckere Variante, aus der LECKER N° 10/ 2013 (oder auf http://www.lecker.de):

Zutaten für ca. 20 Scheiben:

  • 3 EL + etwas Butter
  • 200 g Mehl
  • 100 g Zucker
  • 1⁄2 TL Natron
  • 1 TL gemahlener Zimt
  • 1⁄2 TL gemahlener Anis
  • 1⁄4 TL ge­mahlener Ingwer
  • 1⁄4 TL gemahlener Kardamom
  • 2 EL Honig
  • 1 Eigelb (Gr. M)
  • Alufolie

Zubereitung von Pain d’épices:

1 Backofen vorheizen (E-Herd: 200 °C/Umluft: 175 °C/Gas: s. Hersteller). 3 EL Butter bei schwacher Hitze schmelzen. Mehl, Zucker, Na­tron, Gewürze, flüssige Butter, Honig, 100 ml Wasser und Eigelb mit den Schneebesen des Rührgeräts 2–3 Minuten verrühren.
2 Eine Kastenform (25 x 11 cm, ca. 1,5 l Inhalt) fetten, den Teig gleichmäßig darin verteilen. Im heißen Ofen 30–35 Minuten backen. Nach ca. 20 Minuten mit Alufolie abdecken.
3 Brot aus der Form stürzen. Auf einem Kuchengitter ca. 2 Stunden auskühlen lassen. Hält sich in Alufolie gewickelt ca. 1 Woche.