Sommerweste mit Zöpfen und Rundpasse

Endlich fertig: Ein Weihnachtsgeschenk für meine Mama – für LETZTES Jahr.

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Es lief in etwa so ab: Ich: „Ich möchte Dir gerne etwas zu Weihnachten stricken, aber such Du Dir doch aus, was Du gerne haben möchtest.“ Mama: „Eine Weste wäre super.“ Ich: „Was denn für eine?“ Ich habe dann vorgeschlagen, eine Auswahl an Strickmustern zu treffen, woraus sie sich eine aussuchen kann. Dieser Prozess war am Langwierigsten, das Stricken an sich recht flott (mit Unterbrechungen ca. 2 1/2 Monate. Die Wolle ist von meiner Mama, die hat sie sich vor ca. 30 Jahren ausgesucht, aber nie etwas damit gemacht. Sie wird schon gar nicht mehr hergestellt, irgendwie schön, dass jetzt was damit passiert.

Das Strickmuster ist von Drops Design, gefunden habe ich es aber auf meiner Lieblingsstrickseite (würde ich viel häkeln wäre es wohl auch meine Lieblingshäkelseite): www.ravelry.com. Hier geht es direkt zu diesem Projekt: http://www.ravelry.com/projects/Irishfairydancer/121-27-waistcoat-in-alaska-with-raglan-and-cables-on-yoke.

Das Muster ist an sich nicht schwer, aber etwas mühselig zu zählen, da Rücken und Vorderteile in einem gestrickt werden, ich sah mich also in der „glücklichen“ Lage, 282 Maschen anschlagen zu dürfen. Nach Zunahme waren es dann 322, immerhin wurden es dann Richtung Hals immer weniger.

Dann fehlten nur noch die Knöpfe (wobei ich nicht gedacht hätte, dass ein Plastikknopf so teuer sein kann…), vier an der Zahl + ein Reserveknopf (der ist oben am Etikett angebunden), und: finis!

Ein Hinweis: Ja, es ist WIRKLICH wichtig, nur mit Wolle einer Partie zu stricken, wenn man nicht will, dass genau das passiert, was bei mir in der Hälfte der Weste der Fall war. Ich hatte Knäule aus zwei unterschiedlichen Partien erwischt, was zur Folge hat, dass die Weste nun oben dunkler ist als oben. Zunächst habe ich geflucht, dann aber konsequent mit der eine Nuance dunkleren Wolle weitergestrickt, jetzt ist es sozusagen eine Weste mit Ombre-Effekt. Selbstverständlich pure Absicht… 😉

Morgen werde ich sie überreichen, ich hoffe, sie passt und gefällt!

Update: Sie gefällt, und wie – aber passt nicht. Zu eng. Oh NEIN!!! Das heißt: ALLES nochmal komplett neu. Gut, genug Wolle habe ich, es ist noch was übrig, also wird jetzt halt doch in der allergrößten Größe gestrickt. Oder in einen Maschenrechner investiert… Mal sehen… Hab damit halt noch nicht wirklich gearbeitet und es ist glaube ich auch bei einem Muster gar nicht so ohne Weiteres möglich. Es wird also noch richtig spannend, vor allem das Auftrennen…

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Da haben die Dornen Rosen getragen…

Zwar gibt es bereits unzählige Optimismus-Aphorismen, die man so lange um die Ohren gehauen bekommt, bis man sie nicht mehr hören kann (das geht zumindest mir manchmal so, wenn es so ganz abgelutschte Dinger sind wie das mit dem Glas: „Also MEINS ist ja immer halbvoll…“). Folgenden aber habe ich tatsächlich noch nie gehört und finde ihn sehr schön; und das nicht nur, weil ich seitdem permanent einen Ohrwurm von „Maria durch ein‘ Dornwald ging“ habe.

Mein Liebling hat ihn mir geschickt, bevor wir aufgrund der Wüstenexkursion keinen Kontakt mehr haben konnten. Vielleicht mag ich ihn auch deswegen so.

„Ärgere dich nicht, dass der Rosenstrauch Dornen trägt,

sondern freue dich, dass der Dornenstrauch Rosen trägt.“

(Arabisches Sprichwort)


Mich hat dieser Aphorismus auf jeden Fall auf eine Idee gebracht: Vor einiger Zeit habe ich mir in einer Nachtaktion die Nägel lackieren wollen; nicht nur irgendwie, nein, rot-metallic sollte es sein, mit Magnet-Effekt, darüber wollte ich in knallblau phönizische Buchstaben haben, wobei mir mein Freund bei der rechten Hand helfen musste. Ich war für die Aktion eigentlich schon viel zu müde, und das unvermeidliche kam: Das Fläschchen mit dem roten Lack glitt mir aus der Hand und eine Menge ergoss sich auf meine rosafarbene Tagesdecke. Auch mit Literweise Nagellackentferner und Fleckenteufel ging das Zeug nicht restlos raus und der Fleck ist echt hässlich.

Die Idee ist nun, den Fleck mit einer großen Kreuzstich-Bauernrose zu überdecken und eben jenes Sprichwort daneben zu sticken. Wenn das Ergebnis einigermaßen so wird, wie ich es mir vorstelle, wird es eine dekorative Geschichte, auf die ich mich schon wirklich freue. Ich muss jetzt nur noch eine schöne Stickvorlage finden, dann kann es losgehen. Nadeln, Garn und Stickrahmen warten schon.


Wie sich herausstellt, ist es gar nicht so einfach freie Stickvorlagen für Rosen zu finden, und auf Geld ausgeben hatte ich jeztzt nicht so wahnsinnig viel Lust. Also: Selber machen. Das Problem: Ich habe noch nie im Leben irgendetwas in Kreuzstich gestickt (doch, in der Grundschule ein Nadelmäppchen für meine Mama, da waren alle möglichen Stickstiche drauf), geschweige denn eine Vorlage erstellt. Aber: Es ist so simpel, denn es gibt ein Computerprogramm dafür: den Stitch Creator von softonic (http://stitch-creator.softonic.de/?ab=2). Man muss zwar ein bisschen ausprobieren, aber dann klappt es. Ich konnte sogar genau angeben, welche Garnfarben ich habe, und das Programm hat die Vorlage daraufgin angepasst. Außerdem kann man dann selbst noch Feinabstimmungen vornehmen. Also:

2014-09-16 13.23.46 Das Corpus Delicti. Nicht, dass man es sich so noch übers Bett legen wollte…

HattersheimerRose Das ist ein Foto einer Rose aus dem Garten meiner Eltern, das ich mit dem Lasso-Tool etwas zurechtgeschnitten habe (es empfiehlt sich, auch, wenn man die Vorlage dann noch bearbeiten kann, dem Programm doch in etwa den Bereich zu geben, den man dann haben möchte und nicht so viel Schnick Schnack außenrum. Nach meiner Bastelarbeit am PC und der Umwandlung hatte ich dann folgendes auf dem Bildschirm:

Screenshot (1) Natürlich wollte ich auch sofort wissen, wie jetzt meine Fähigleiten als Kreuzstich-Stickerin sind und habe einfach mal losgelegt. Das Material ist gut geeignet, aber ich überlege schon, die Kreuze das nächste mal etwas größer zu wählen, es dauert ewig! Der momentane Stand der Dinge:

2014-09-18 11.41.10 Gut, man sieht Ungenauigkeiten, und irgendwo am Anfang habe ich mich kräftig verzählt, was ich jetzt langsam ausgleichen muss. Aber im Großen und Ganzen… Ich habe den Sticktwist, der ja in der Regel 6-fädig ist, gedrittelt, weil es sonst zu dick geworden wäre. Das Blatt und der Teil direkt darüber sind noch mit halbiertem Faden, das wurde mir zu grob. Etwas Schwierigkeiten machen diese dickeren Längsrippen, da im Muster zu bleiben ist tough. Aber es scheint ja doch irgendwie hinzuhauen.

2014-09-20 10.24.15 Und: Hier ist die Rose komplett. Es ärgert mich ein bisschen, dass man wirklich deutlich sieht, wo ich schon Routine hatte (das linke Blatt habe ich zuerst gestickt, das rechte ganz zum Schluss, da bin ich dann auch trotz Rippe zeilenhaltig geblieben. Ach ja: Das Verzählen vom Anfang hat sich auch fast bis zum Ende bemerkbar gemacht. Aber gut: Das hier ist ein close close Close-up, so genau werde ich mir meine Tagesdecke wohl selten anschauen. Wobei… Jetzt fehlt noch die Schrift außenrum, aber die muss ich noch ein bisschen üben, bis die auf den Stoff darf. Wahrscheinlich wird es eine Spaltstich-Stickerei werden, damit ist man für Schrift relativ flexibel, das habe ich schon mal an einer phönizischen (ja klar, was auch sonst???) Kissenhülle ausprobiert.